Verbindung von Landwirtschaft und Agrarhandel

Verbindung von Landwirtschaft und Agrarhandel 2018-02-20T12:29:36+00:00
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Die Verbindung von Landwirtschaft und Agrarhandel

Die Existenz des landwirtschaftlichen Betriebes in der BLA seit der Gründung des Vereins bedeutet letztlich noch mehr als seine Funktion als landwirtschaftlicher Anschauungsbetrieb für die Teilnehmer der Bundeslehranstalt. Es ging und geht den Verantwortlichen in der BLA nämlich auch darum, die gewachsene Verbundenheit von privatem Landhandel und Landwirtschaft zum Ausdruck zu bringen und zu manifestieren. Darüber hinaus lassen sich in der 75-jährigen Geschichte des Vereins auch in den beiden Agrarbereichen häufig parallele Entwicklungen oder Verbindungen aufzeigen.

Die Tatsache, dass in der Gründungsphase des Vereins durch Satzung und geplantem Schulungsprogramm, aber auch durch die Gleichschaltung im Reichsnährstand die Landwirtschaft mit dem Landhandel (wie auch den Genossenschaften und weiteren Branchen) zwangsweise verbunden war, ist schon dargestellt worden. Aber darüber hinaus kann auch darauf hingewiesen werden, dass an der Basis, gerade bei den damaligen kleinen Betriebsgrößen auf beiden Seiten, der persönliche Kontakt zwischen Landhandel und Bauern sehr ausgeprägt war. Viele der kleinen Landhändler, sofern sie nicht Juden waren, stammten aus kleinen bäuerlichen Betrieben und sahen als zweiter oder dritter männlicher Nachkomme im Landhandel ein Chance, ihre landwirtschaftlichen Kenntnisse in den Handel einzubringen und in dem vertrauten Umfeld verbleiben zu können.

„Sie kannten die Bedingungen der Kundenbetriebe am besten und bauten darauf ihre Dienstleistungen auf. … Man fuhr mit dem Fahrrad zu Kundengesprächen, Pferd und Wagen als Transportmittel waren die Regel. Die Umsätze der Landhandelsbetriebe waren im Durchschnitt sehr bescheiden. … Bei den Warengruppen überwogen in den 30er Jahren Getreide, Düngemittel, Saatgut, Kartoffeln und einige Futtermittel. Pflanzenschutzmittel im heutigen Sinne gab es noch nicht. Die Annahme der Waren geschah in Säcken und kleineren Verpackungen.  Dementsprechend richtete man auch die Gebäude ein. Gefragt waren Lager in einem Bahnhof, weil von dort aus die Logistik einfach und auch relativ preiswert war. Wenn Getreide aus der heimischen Landwirtschaft kam, prüfte man den Feuchtigkeitsgehalt nach Handprobe und stellte lediglich das Hektolitergewicht fest. Die Lagerung der Sackware erfolgte auf den Holzböden, die im Gebäude in mehreren Etagen vorhanden waren. Die Sackkarre gehörte lange Zeit zum wichtigsten Werkzeug. Um die Arbeit zu erleichtern, gab es schon in den 20er Jahren erste technische Einrichtungen. Dazu gehörten Aufzüge, Elevatoren und Siloanlagen.“

Wer aus der Sicht des Landhandels den vorangegangenen Beitrag über den Landwirtschaftsbetrieb aufgenommen hat, der wird bereits für sich festgestellt haben, dass weitere Entwicklungen bis heute in parallelen oder einander bedingenden Bezügen fortbestehen. In Beiträgen wie „Der Agrarhandel als Spiegelbild der Landwirtschaft“ oder  „Die rasante Entwicklung der Landwirtschaft im Landkreis Helmstedt in den letzten 60 Jahren“ werden diese übergreifenden, auch strukturellen Entwicklungen verdeutlicht, sie sollen auch hier übersichtsartig zum Ausdruck gebracht werden.